13. 02. 2012 - KulturRegion FrankfurtRheinMain lockt mit Sonderausstellungen

Zeitgenössische Kunst? Musik-Installationen? Romantik? Poesie? 59 Museen aus drei Bundesländern zeigen in ihren aktuellen Sonderausstellungen den kulturellen Reichtum unserer Region.

Die Reise geht nicht nur durchs Rhein-Main-Gebiet, sondern auch quer durch alle möglichen Kunstformen. Von der bildenden Kunst, wie Malerei, Grafik, Bildhauerei oder Architektur geht es über Literatur hin zu Musik. Sozial- und kulturgeschichtliche Ausstellungen entführen in andere Lebenswelten. Mitmachausstellungen machen sie erfahrbar.

Die SZ präsentiert hier einige „Appetithäppchen“, die einen Vorgeschmack auf das geben, was den Besucher 2012 erwartet.

Eine Broschüre mit allen Sonderausstellungen 2012 gibt es gratis von der KulturRegion gGmbH. Sie steht auf ihrer Homepage unter www.krfrm.de/c/kr/download/MUB2012.pdf zum Download bereit. Ferner liegt die Broschüre auch in Rat- und Bürgerhäusern und bei Tourist-Informationen der Region sowie in allen beteiligten Museen, in Cafés und Bibliotheken in Frankfurt und in einigen anderen größeren Städten aus.

„Die Seele musiziert indem sie zeichnet…“

sagte Johann Wolfgang Goethe, und dabei gebe sie ihr Innerstes Preis. Mit feinen Bleistiftzeichnungen hielt Max Beckmann einst ein Abbild seiner Mutter fest – zu sehen in der Ausstellung „Von Corinth bis Liebermann“. Sie stellt die Gesichter und Körperlichkeit in den Mittelpunkt. Radierungen, Holzschnitte und weitere Gestaltungsformen von Max Beckmann, Käthe Kollwitz, Max Liebermann, Henri Matisse und Pablo Picasso zeigen Blicke auf Gesichter, Körper und oft auch auf den Künstlern nahestehenden Personen. Bis 31. Mai 2012, Kunstsammlung Hochheim am Main, Mainzer Str. 35, Hochheim am Main, Tel. 06146-9000.

Kunstwerke des „Dreigestirns des deutschen Impressionismus“, Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt, kann man in der Kunsthalle Jesuitenkirche in Aschaffenburg bewundern. „Reiselust und Sinnesfreude“ ist Titel der Ausstellung, die etwa 100 Werke aus 25 Museen und Privatsammlungen zeigt. Alle drei Künstler ließen sich von ihren Reisen und Landaufenthalten aber auch vom pulsierenden Leben in Berlin inspirieren. 21. Januar bis 9. April 2012, Kunsthalle Jesuitenkirche, Aschaffenburg, Tel. 06021-218698.

 

Mit Landschaft und Natur beschäftigen sich auch zwei Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.

Die Altana Kulturstiftung in Bad Homburg widmet die Ausstellung „An die Natur“ eben jener. Etwas 600 Werke umspannen die faszinierenden Welten von Makro- und Mikrokosmos, führen in Landschaften, Pflanzenwelten und sogar ins Universum. Die Ausstellung „Changing Dream-Streams“ in Bingen bleibt hingegen regional: Hier dreht sich alles um das Mittelrheintal und die Wachau. Zwei Künstlerinnen betrachten Kontinuität und Wandel der Region. Ausgehend von eher dokumentarischen Fotografien schaffen die Künstlerinnen Monika Kropshofer und Elisabeth Berger mit Form und Farbe neue „virtuelle Installationen“.

„An die Natur“, 25. Mai bis 12. August 2012, Altana Kulturstiftung im Sinclair-Haus, Löwengasse 15, Bad Homburg, Tel. 06172-404128

„Changing Dream-Streams“, vom 14. Juli bis 21. Oktober 2012, Museumstr. 3, Bingen, Tel. 06721-184350.

Wortkunst und Sound-Installationen

Poesiealbum statt Facebook – das Rosenmuseum in Steinfurth zeigt in der Sonderausstellung „Freunde finden – ganz romantisch“ eine andere Welt der Wörter. In dieser Welt enthalten Freundschaftskarten versteckte Botschaften und stickte man Reime und Grimms Rosenwörter in Stammbücher. Es gibt unzählige Arten, wie Freunde miteinander kommunizieren – einige davon sind vom 28. Oktober 2012 bis zum 13. Oktober 2013 in Steinfurth zu sehen. Rosenmuseum, Alte Schulstr. 1, Bad Nauheim-Steinfurth, Tel. 06032 86001.

Weniger romantisch aber nicht minder abwechslungsreich ist die Ausstellung „A House Full of Music“ auf der Darmstädter Mathildenhöhe. Sie beschäftigt sich mit den Grenzgängern der Kunstszene, die die Grenzen der Musik und ihre Verbindungen zu anderen Kunstfeldern ausgelotet haben. Gemälde und Installationen von Laurie Anderson oder Iannis Xenakis sind vom 13. Mai bis zum 9. September 2012 zu sehen und hören. Institut Mathildenhöhe, Olbrichweg 13, Darmstadt, Tel. 06151-132778.

Bodenständiger aber nicht weniger spannend ist das Thema, dem sich das Verkehrsmuseum angenommen hat. Es veranschaulicht die Geschichte der Frankfurter Pferdebahn, die vor 140 Jahren ihren Betrieb aufnahm. Sie war das erste schienengebundene Verkehrsmittel in der Stadt Frankfurt und der Vorläufer der Straßenbahn. „140 Jahre Pferdebahn“, ab Mai 2012, Verkehrsmuseum Frankfurt am Main, Rheinlandstr. 133, Frankfurt am Main, Tel. 069-21323039.

Liebevoll beleuchtet das Hessische Puppenmuseum einen anderen Aspekt des vergangenen Jahrhunderts: Die Spielzeugbranche bot zielstrebigen Frauen wie Käthe Kruse die Möglichkeit, am Wirtschaftsleben teilzunehmen. Die Puppenkinder einiger Unternehmerinnen aus dieser Zeit zeugen davon. „Puppenmütter und Unternehmerinnen. Käthe Kruse und ihre Gleichgesinnten.“ Vom 15. Juli bis 4. November 2012, Hessisches Puppenmuseum in Hanau-Wilhelmsbad, Parkpromenade 4, 63454 Hanau-Wilhelmsbad.

Mitmachen ausdrücklich erwünscht!

Mitmachmuseen sind auf dem Vormarsch. Das Rhein-Main-Gebiet hat besonders attraktive zu bieten, und einige interessante Sonderausstellungen kommen noch hinzu.

Unter dem Titel „Was geht?“ zeigt das Stadt- und Industriemuseum in Rüsselsheim eine „Mitmachausstellung übers Fortbewegen und Vorankommen“. Im frisch sanierten Südflügel der Rüsselsheimer Festung werden alles Aspekte des Mobilseins untersucht – angefangen von den eigenen Füßen bis hin zur Raumfahrt. 50 Mitmachstationen laden zum aktiv werden ein. In Werkstätten kann man tüfteln und forschen. Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim, Hauptmann-Scheuermann-Weg 4, Rüsselsheim, Tel. 06142-832950.

Ein Besuch im Dialog Museum weckt die Sinne. Denn es zeigt was passiert, wenn das Auge draußen bleibt. In den Sommer- und Herbstferien finden jeweils Ausstellungen zum Thema „Dialog im Dunkeln“ statt. Der Besucher geht auf eine Reise: Aus Gerüchen und anderen Eindrücken kann er sich im Sommer ein Land, im Herbst eine Stadt erschließen, in das oder die die Reise geht. Wer‘s errät kann gewinnen – und dann tatsächlich auf die Reise gehen. 10. Juli bis 19. August 2012 und 16. bis 28. Oktober 2012, Dialogmuseum, Hanauer Landstr. 137-145, Frankfurt am Main. Tel. 069-90432144.

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