Telefon 115
Eine Nummer für alle Fragen – jetzt auch für hörgeschädigte Bürger
Seit März bieten die Städte Frankfurt am Main und Offenbach ihren Bürgern professionellen und modernen Behördenservice per Telefon unter der Nummer 115. Mit einer einzigen Rufnummer, der 115, erhalten Bürgerinnen und Bürger einen direkten telefonischen Draht in die öffentliche Verwaltung. Zu den 150 häufigsten Fragen an die Verwaltung antworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sofort. Bei Bedarf werden Sie aber selbstverständlich auch in das jeweilige Amt weiter verbunden.
Der Haupteingangskanal ist dabei das gesprochene Wort. Doch wie können hörgeschädigte Bürger diesen Service nutzen?
Aus diesem Grund startete Ende April 2010, das 115-Gebärdentelefon. Ab sofort haben damit gehörlose und hörgeschädigte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, mittels Gebärdensprache und Videophonie verlässliche Auskünfte und Hilfestellungen kommunaler, Landes- und Bundebehörden online zu erhalten. Dadurch erhält eine wichtige gesellschaftliche Gruppe, die den Service der Einheitlichen Behördenrufnummer bislang nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen nutzen konnte, einen leichten Zugang zur öffentlichen Verwaltung.
Das 115-Gebärdentelefon wurde in Kooperation zwischen dem Bundesministerium des Innern und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales aufgebaut. Der Zugang zu diesem Service erfolgt über Videotelefonie. Der Nutzer benötigt dazu lediglich einen internetfähigen Computer und einen SIP-Videoclient, der kostenlos im Internet heruntergeladen werden kann. Über die sogenannte SIP-Adresse (Session Initiation Protocol) „d115@gebaerdentelefon.d115.de“ erfolgt der Zugang zum Gebärdenservice der Firma Telemark Rostock, einem Dienstleister des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Diese bietet den Service des 115-Gebärdentelefons stellvertretend für alle Servicecenter zwischen Hamburg, Berlin, Frankfurt und dem Bodenseekreis an.
Anrufe bei der 115 sind kostenpflichtig. Aus dem Festnetz der Telekom entstehen für 115-Gespräche Kosten in Höhe von 0,07 € pro Minute.